Das Patinieren von Metallen


Metalle erhalten schöneres Aussehen, wenn man sie patiniert, das heißt, durch geeignete Chemikalien auf ihnen Farbtöne hervorruft. Dies kann übrigens auch allein durch Lufteinflüsse geschehen, wodurch alte Metallgegenstände ihren besonderen Wert erhalten.

Um die Metalle so behandeln zu können, müssen sie zuerst sorgfältigst gereinigt und von allen Fettstoffen befreit werden. Auch etwaige Zeichnungen, die vielleicht für Metallplastiken gemacht wurden, sind zu entfernen. Zu diesem Zweck reibt man das Metall mit einem, mit Spiritus oder Benzin befeuchteten Tuche ab. Zur Entfettung wird es in ein Benzinbad gelegt oder wir bestreichen es mit zur Hälfte mit Wasser verdünnter Salzsäure. Es ist darauf zu achten, dass sämtliche Stellen, auch alle Vertiefungen mit dem Entfettungsmittel in Berührung kommen, da sonst die Chemikalien nicht einwirken können. Darauf ist das Metall mit Wasser abzuwaschen. Die Patine, die wir brauchen, um den verschiedenen Metallen ihre Färbung zu geben, ist bei allen Metallen verschieden, sie kommt in fertigem Zustand in den Handel und ist in jeder Drogerie zu haben.

Zinn bekommt durch das Patinieren das Aussehen von altem Silber. Es wird mittels Pinsel oder weichem Lappen mit der Patine (Zinnpatina) überstrichen, die wir einige Zeit einwirken lassen, bis der gewünschte Ton erhalten ist. Je länger die Patine auf dem Metall bleibt, desto bunter wird es. Nach genügender Einwirkung wird es mit einem wollenen Lappen kräftig abgerieben.

Kupfer wird bläulich-grün, bei längerem Einfluss des Mittels schwarz. Man streicht die in den Handel gebrachte Patine oder auch Schwefelleber, eine unangenehm riechende Flüssigkeit, über das Metall und läßt sie je nach der gewünschten Färbung 10 bis 25 Minuten lang einwirken. Darauf muss mit Wasser gut abgewaschen werden.

Messing wird dunkelgrau, bei zu langer Einwirkung setzt sich Grünspan an. Nach der Entfettung muss gut abgespült werden, dann kann man die Patine, öfters wiederholt, auftragen. Meist wird sich zuerst nur an einzelnen Stellen die Wirkung zeigen, docht warte man ruhig ab, bis die Färbung überall eintritt, worauf dann mit Wasser abgespült wird.

Silber kann man tiefschwarz färben. Schwefelleber, die wir auch zum Kupferpatinieren nehmen können, wird erhitzt auf die ebenfalls erwärmte Silberplatte aufgetragen, auch hier wird mit Wasser abgespült.

Nach dem Patinieren müssen alle Metalle mit Stearinöl und mit Wiener Kalk geputzt und danach mit einem Wolllappen blank gerieben werden.

Zum Schluss ist das Metall noch, um ein Anlaufen und Oxydieren zu verhindern, mit einem Schutzlack, am besten Zaponlack, zu überziehen.

Patina gibt es zum Beispiel bei Ndetail, Kremer Pigmente oder auch in manchen Apotheken.



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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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