Polituren


Zu den Lacken gehören in gewisser Beziehung auch die Polituren; sie sind gleichsam verdünnte Spirituslacke, die sich in ihrer Anwendung von den wirklichen Lacken nur dadurch unterscheiden, dass sie nicht wie diese mittelst des Pinsels, sondern mit dem Polirballen aufgetragen werden. Der durch ihre Anwendung auf dem Holz entstandene Harzüberzug ist sehr dünn, aber vollständig gleichmässig und, weil gleichsam geschliffen, von weit höherem Glanz, als bei der Lackirung zu erreichen ist. Polituren sowohl wie Spiritus-Lacke werden mit dem Alter immer schöner.

Weitaus am häufigsten wird zur Bereitung von Polituren nur Schellack verwandt, seltener Kopal und andere Harze.

Einfache Schellack-Politur

Schellack 200,0
Spiritus 800,0

Die Politur soll so lange lagern, bis sie sich völlig geklärt hat und kann dann bei der Anwendung, je nachdem neues Holz verarbeitet wird, oder alte Mobilien neu aufpolirt werden sollen, noch weiter verdünnt werden. In letzterm Falle bis zur gleichen Menge Spiritus.

Weiße Schellack-Politur

Gleiche Gewichtsverhältnisse gebleichter Schellack und Spiritus wie oben.


Englische Politur n. Winkler

Man löst zuerst 250,0 Schellack und 50,0 Drachenblut in 750,0 Spiritus. Anderntheils 60,0 Kopal, fein gepulvert und in diesem Zustand einige Wochen der Luft ausgesetzt, in der Wärme in 250,0 Spiritus, unter Hinzufügung von 180,0 Kreide. Nach einigen Tagen giesst man die gesättigte Kopallösung ab, vereint sie mit der Schellacklösung und filtrirt.

Weiße Politur n. Dieterich

75,0 afrikanischen Kopal setzt man gepulvert mindestens 14 Tage der Einwirkung des Lichtes aus, löst dann in 400,0 Spiritus durch Digestion und filtrirt. Andererseits führt man 75,0 gebleichten Schellack in 400,0 Spiritus in Lösung über und filtrirt. Beide Filtrate werden gemischt und durch Zusatz von Spiritus auf ein Gesammtgewicht von 1000,0 gebracht.
 



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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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