Stempelfarben


Auch bei den Stempelfarben unterscheidet man waschächte, zur Stempelung von Wäsche etc. und gewöhnliche, meist zur Stempelung von Papier. In früheren Zeiten, als man zur Stempelung allgemein Metallstempel verwandte, waren die Stempelfarben durchgängig äusserst feine Anreibungen von deckenden Farben mit Oel. Man benutzte hierzu für Schwarz, Lampenrusss; für Blau, Berliner oder Pariser Blau; (das schöne Ultramarin eignet sich nicht dazu, weil es durch die Säuren des Oeles missfarbig wird); für Roth, Zinnober; für Gelb, Chromgelb; für Grün, Mischungen aus Blau und Gelb.

Heute, wo die Metallstempel durch die Kautschukstempel fast ganz verdrängt sind, kann man die ölhaltigen Stempelfarben nicht mehr benutzen, da diese das Kautschuk angreifen und den Stempel in Kurzem verschmieren. Man benutzt deshalb nur noch Stempelfarben, welche aus mit Theerfarbstoffen gefärbtem, dickem Glycerin bestehen.

Die Herstellung derartiger Stempelfarben ist sehr einfach. Man stellt durch inniges Verreiben und nachheriges Erwärmen konzentrirte Lösungen eines beliebigen Theerfarbstoffes in Glycerin her. Diese Lösung muss in sehr dünner Schicht auf einer weichen Unterlage verrieben werden und gestattet dann die Abnahme einer unendlich grossen Zahl von schön gefärbten, klaren Abdrücken.

Für die Anilin-Stempelfarben eignen sich weit besser als die früher gebräuchlichen Tuchunterlagen, Stempelkissen aus porösem Gummi, wie solche jetzt im Handel käuflich sind.

Ein recht praktisches, selbstfärbendes Kissen ist von Capaun-Karlowa veröffentlicht.

Man sättigt 30-40 Th. Glycerin mit beliebiger, in demselben leicht löslicher Anilinfarbe, löst in dieser 10 Th. feinen, 24 Stunden lang geweichten Leim und giesst die Masse in ein Blechkistchen so aus, dass keine Luftblasen entstehen. Bilden sich diese, so entfernt man sie durch Ueberstreichen mit einem festen Kartenblatte. Die erkaltete Masse überzieht man mit einem vielmaschigen Tüll und hat dann eine gleichmässige Leimmasse, die mit Farbe durch und durch getränkt ist und auch das Stempelkissen ersetzt; sie giebt die Farbe sparsam ab und schont den Stempel sehr. Ist die Oberfläche stark abgenutzt, so kann man durch Umschmelzen dieselbe leicht wieder brauchbar machen; ist sie durch langes Unbenutztsein erhärtet, so wird sie durch einige Tropfen warmen Wassers, mit dem man sie abwischt, wieder brauchbar.

Schwarze, unauslöschliche Stempelfarbe für Wäsche
Kupfervitriol 10,0
Chloranilin 15,0
Dextrin 5,0
Glycerin

Kupfervitriol und Chloranilin werden äusserst fein gerieben, dann mit dem Dextrin gemengt und nun so viel Glycerin hinzugefügt, um eine dickflüssige Masse zu erhalten. Die Stempelfarbe muss in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt werden und wird immer erst unmittelbar vor dem Gebrauch auf dem Kissen verrieben.

Aus dieser Mischung lässt sich auch eine für Schablonen brauchbare Stempelpasta herstellen, wenn man die Menge des Dextrins verfünffacht, und dann nur mit so viel Glycerin anstösst. dass eine knetbare Masse entsteht, die man in kleine Blechschachteln presst.

Die Schriftzüge erscheinen zuerst schwach grün, werden erst schwarz nach Behandlung mit Wasserdampf und der darauf folgenden Waschung mit Seife.

Unauslöschliche, schwarze Stempelfarbe n. Dieterich
Silbernitrat 25,0
Gummi Arabicum 25,0
Salmiakgeist 60,0
Kienruss 2,0

Die Masse wird dünn auf Glasplatten gestrichen und mittelst Kautschukstempels auf das Zeug übertragen.

Schwarze Stempelfarbe
Lampenruss 45,0
Gummi Arabicum 20,0
Glycerin 20,0
Wasser 15,0

werden durch anhaltendes Reiben auf das Innigste gemengt.

Stempelfarbe für Säcke
Blauholz 100,0
Galläpfel 60,0

werden mit Wasser ausgekocht, so dass 400,0 Kolatur übrig bleibt; in dieser löst man

Essig 20,0
Alaun 20,0
Eisenvitriol 20,0
Dextrin 100,0
Terpentin, dicker 30,0

und mischt Alles auf das Innigste.
 



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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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