Nähzeugkassette
Aus vier zwei Zwirnspulen von 4,8 cm Höhe, 3,5 cm Scheiben-, 0,7 cm Bohrungsdurchmesser und 5,5 cm Wellenumfang, dann Laubsägeholz von 0,4 cm Stärke, und zwar zwei Stück von 27x22 cm, zwei Stück von 15,5x4,8 cm und zwei Stück von 21x4,8 cm, ferner einem Hartholzstäbchen von 28 cm Länge und 0,7 cm Durchmesser, etwa zweiundsiebzig kleinen, rundköpfigen Messingnägeln von 1 cm Länge, zwei Messingscharnieren samt Schräubchen, einer Messingklammer samt Öse oder einem Schlösschen samt Schlüssel und, falls erwünscht, noch einer Messinghandhabe samt Ösenschräubchen für den Deckel lässt sich eine Kassette für Nähzeug, Schmuck, Familiendokumente, Briefpapiere, Geld, usw. leicht selbst anfertigen.

Abbildung a
Von den gereinigten Spulen muss vorerst ein mittlerer Durchschnitt auf Zeichenpapier entworfen werden (Abb.a). Den Durchmesser der Spulenwelle findet man durch Abnahme des Umfangs derselben mittels eines Papierstreifens aus dessen Länge in Zentimetern nach der Formel

Sodann sind die kleinen Laubsägeholzstücke als Verbindungen (Kassettenwände) zwischen die die Ecken der Kassette bildenden vier Spulen nach Abb. b auszusägen und an die Spulenwellen und –scheiben genau anzupassen.

Abbildung b
In die Spulen kommen Rundholzstabstücke von 6,6 cm Länge, die so einzuleimen sind, dass beiderseits 0,9 cm aus den Scheibenflächen herausstehen (Abb. a). Hierauf werden die vier Spulenverbindungsstücke rechtwinklig auf Stifte, die an den Spulenwellen vorher angebracht wurden, befestigt und an die Spulenwellen und –scheiben angeleimt. Durch letztere sind überdies noch kopflose Drahtstifte von oben und unten in vorgebohrte Löcher der abgeschrägten Teile der Kassettenwände einzuführen.

Abbildung c
Aus den beiden größeren Laubsägeholzstücken sind Boden und Deckel der Kassette nach Abb. c auszusägen und mit 0,7 cm weiten Bohrlöchern zu versehen. Der Boden wird mit diesen Bohrlöchern über die unten herausragenden Kernstäbchen der Spulen geschoben, an diese und die Kassettenwände angeleimt und überdies mit kleinen rundköpfigen Messingnägeln in gleichen Abständen angenagelt.
Aus dem Deckel wird jener Teil herausgesägt, der zum Öffnen und Schließen der Kassette dienen soll, der vorbleibende Rahmen nach Abschrägung seiner äußeren oberen Kante mit den Bohrlöchern über die oberen Kernstabenden geschoben, an diese und die Kassettenwände angeleimt und ebenfalls, in gleichen Abständen, mit rundköpfigen Messingnägeln als Verzierung angenagelt.
Der innere bewegliche Teil des Deckels ist mittels der beiden Scharniere an den Deckelrahmen anzubringen, an seiner Vorderseite, deren obere Kante ebenfalls abgeschrägt wurde, mit dem Verschluss (Öse für den Sperrhaken oder das Schloss) zu versehen, sodann an der vorderen Kassettenwand der zweite Teil des Verschlusses (Der Speerhaken oder das Schloss samt Schild) anzubringen und schließlich die Handhabe auf der Mitte es Deckels zu befestigen (Abb. d).

Abbildung d
Alle Holzteile sind vor dem Zusammensetzen mit Glaspapier abzuschleifen und zu beizen.
Ein beliebiger Anstrich kann nach dem Zusammenstellen und Leimen der Kassette am besten mit Emailglasurfarbe vorgenommen werden. Es empfiehlt sich aber, das Kassettenholz nach dem Zusammenpassen, jedoch vor dem Leimen und Nageln, schwarz zu beizen, weil diese Farbe mit den Messingteilen der Kassette am besten harmoniert. Die aus den Spulenscheiben nach Anbringung des Bodens und Deckels noch herausragenden Teile der Kernstäbchen sind abzurunden und dienen unten als Füßchen, oben als Verzierung.
Werden derlei Kassetten länger und breiter sowie ohne Kernstäbchen in den Eckspulen angefertigt, so können sie auch als Oberteile von Näh- und Rauchtischchen Verwendung finden. Man verfertigt hierzu aus Zwirnspulen und Kernstäbchen vier Tischbeine von etwa 60 cm Höhe, die 10 cm von unten durch eine Holzplatte miteinander verbunden werden, setzt die Kassette mit den leeren Bohrungen ihrer Eckspulen auf die aus den obersten Spulen noch 5,6 cm herausstehenden Kernstabenden auf und leimt sie zusammen.
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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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