Klingelanlagen
Die gewöhnliche Zugklingel wird aus einer kleinen Glocke, die an einem kräftigen, oben gebogenen Uhrfederstück eingehängt wurde, das mit seinem unteren Ende an einem stärkeren Mauerhaken angelötet ist, aus ein bis zwei doppelarmigen Hebeln aus Eisenblech, einer geteerten Rebschnur oder weichem Eisendraht von entsprechender Länge und einem eisernen Zugstab mit hölzernem Handgriff nach untenstehender Abbildung

Zugklingel
oder besser aus einem federnden Zugknopf und einer Messingrolle nach der folgenden Abbildung hergestellt. Man leitet die Schnur (den Draht) entweder hoch an Gartenzaun-(Holz-)latten, Mauern oder in geringer Tiefe unter dem Erdboden in viereckigen, ganz geschlossenen Holzrinnen von der Gartentüre in das Haus.

Zugklingel
Die elektrische Klingel, ein Selbstunterbrechungsapparat, besteht aus einem Elektromagnet samt Klingel, dem Leitungsdraht, einem Taster (Druckknopf) und der galvanischen Batterie.

Element

Batterie
Als Batterie verwenden wir am zweckmäßigsten das zwar schwache, aber kontinuierlich Strom liefernde, somit viele Monate brauchbare Leclanchè-Element, das wir selbst herstellen können. Wir beschaffen uns zu diesem Zweck zunächst einen in einschlägigen Geschäften erhältlichen Kohlebraunsteinzylinder nebst dazu passender Messingklemme, einen Zinkstab von gleicher Größe und etwa 1 cm Durchmesser, mit angelötetem Kupferdraht und dazu passender kleiner Messingklemme, eine dickere Porzellan-(Glas-)scherbe von hohler Form (z. B. von einer Glas- oder Porzellanvase), mit zwei Gummibänder und endlich einige Dekagramme Chlorammonium; dann stellen wird das Element in einem entsprechend hohen und breiten Einsiedeglas wie folgt zusammen:
An den Kohlebraunsteinzylinder wird die Porzellanscherbe und an diese der Zinkstab mittels der beiden Gummischnüre derart befestigt, dass letzterer mit dem Kohlebraunsteinzylinder nicht in Berührung kommt. Sodann bringt man auf den Boden des Einsiedeglases die ganze Menge Chlorammonium, stellt den Kohlezylinder mit dem isolierten Zinkstab in das Glas und füllt es bis an den Rand mit Wasser, das nach Verdunstung ersetzt werden muss, um das Element stromliefernd zu erhalten. Sollte ein Element zu schwach sein, so verbindet man zwei zu einer galvanischen Batterie (den Zinkpol des einen mit dem Kohlepol des andern nach der Abb. oben). Der Zinkpol des Elementes ist negativ, der Kohlepol ist positiv.
Die Klingel besteht aus einem Hufeisenelektromagneten, den man aus zwei durch eine Eisenbrücke (-platte) miteinander verbundenen Eisenkernen (Weicheisenrundstabstücken) von 0,8 cm Durchmesser und zwei Zwirnspulen von 2,5 cm Höhe, 2 cm Scheibendurchmesser und 0,8 cm Bohrweite erzeugt, indem man auf die Eisenkerne die Spulen aufschiebt und letztere mit seideumsponnenem Kupferdraht von 0,3 mm Stärke in einer, zwei oder mehreren Lagen so umwickelt, dass der Draht von der einen Spule auf die andere übergreifend eine S-förmige Schlinge macht.
Dieser Elektromagnet wird auf ein kleines Brettchen aufmontiert (Abbildung unten), auf dem auch die Feder (F) mit dem Anker (A), der unten den Klöppel (K) trägt, die beiden Klemmschrauben (S und S1), die Stellschraube (S2) und die Glocke (G) anzubringen sind. Die beiden Klemmschrauben verbindet man noch durch je eine Stückchen Kupferdraht mit den Spulen des Elektromagneten.
Zum Schutze vor Verstaubung bringt man sodann noch ein kleines, unten offenes Kästchen aus Laubsägeholz, bis nahe an die Glocke reichend, auf dem Klingebrett über dessen Einrichtung an.

Zum Gebrach werden die Klemmschraube S mit dem positiven (+), die Stellschraube S2 mit dem negativen (-) Pol (Abbildung unten) des Elementes (Der Batterie) verbunden, worauf der galvanische Strom den Weg der Pfeile nimmt. Beim Durchströmen der Spulen werden die darin befindlichen Eisenkerne magnetisch; dadurch wird der Anker angezogen, der mit seinem Klöppel an die Glocke schlägt.

Durch die hierbei stattfindende Entfernung der Feder von der Stellschraube wird der Strom unterbrochen, das Hufeisen unmagnetisch, der Anker frei und durch die Feder in die ursprüngliche Stellung bis zur Berührung der Stellschraube zurückgeführt, hierdurch der Strom wieder geschlossen, das Eisen wieder magnetisch usf. Der Anker darf hierbei die Pole des Elektromagneten nicht berühren; die Feder ist daher so zu biegen, dass der Klöppel den Rand der Glocke schon berührt, wenn der Anker noch etwa 1 mm von den Eisenkernen absteht.

Als Leitungsdraht verwendet man den käuflichen isolierten Kupferdraht oder gewöhnlichen Eisendraht von 1 mm stärke. Letzterer muss aber an allen Berührungspunkten mit Mauern u. dgl. durch kleine Glas- (Porzellan-)knöpfe isoliert werden, damit der galvanische Strom nicht abgeleitet wird, wogegen isolierter Draht nur mit kleinen Drahtklammern befestigt zu werden braucht.
Den Taster verfertigt man aus einem kreisrunden Brettchen von 4 cm Durchmesser, auf das man einen bogenförmigen Messingblechstreifen F1 anschraubt, an den ein Leitungsdrahtende durch die Öffnung O1 von rückwärts eingeführt und unter einer Schraube festgeklemmt wird (Abbildung oben).
Ein zweiter bogenförmiger und federnder Blechstreifen F2 wird über dem ersten so angebracht, dass beide sich erst durch Niederdrücken des oberen berühren. Unter diesen zweiten Blechstreifen wird das andere Leitungsdrahtende durch O2 geführt und angeschraubt (Abbildungen oben und unten).

Durch Niederdrücken des oberen, federnden Blechstreifens mittels eines Beinknopfes bis zur Berührung mit dem anderen wird der nach den Pfeilstrichen er Schaltungsskizze (Abbildung unten) kreisende Strom geschlossen und das Läutewerk in Tätigkeit gesetzt.

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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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