Gartenlauben

Gartenhäuschen und Gartenlauben aus Holz, berankt mit Kletterrosen, Efeu oder anderen Schlinggewächsen bilden einen Schmuck jedes Hausgartens und einen bevorzugten Aufenthaltsort in diesem.

Erstere, selbst in den kleinsten möglichen Ausmaßen von etwa 2,5 m Breite, 1,8 m Tiefe, 2,4 m Wand- und 3 m Firsthöhe, die nach der Abbildung unten an drei Seiten durch wetterfeste Wände und gegen Erdfeuchtigkeit durch einen Ziegelunterbau mit Zement-(Holz-)Fu0boden geschützt, bei jeder Witterung im Sommer benützbar sein sollen, erfordern kostspieliges Baumaterial und fachgemäße Bearbeitung.

Es sei daher von einer eingehenden Beschreibung hier abgesehen. Dagegen wollen wir und mit Gartenlauben (Grotten) und Gartenzelten einfacher, praktischer und leichter Ausführung etwas eingehender befassen.

Zu diesen Lauben oder Grotten benötigen wir grün gestrichene Holzkästen mit gitterartigen Holzwänden nach der Abbildung oben, wie man solche, mit Schlingpflanzen überrankt, im Sommer vor Gastwirtschaften und Kaffeehäusern zur Abgrenzung der Tische finden kann. Diese können leicht überall hingestellt, schnell wieder weggeräumt und über den Winter aufgehoben werden. Aus solchen „lebenden“ Wänden lassen sich an Hausfronten, offenen Veranden, in den Ecken der Gartenmauern oder auch freistehend mitten im Garten Lauben errichten.

Die aus 1,5 cm starken, an der Außenseite gut gehobelten und festgefügten Brettern hergestellten, oben offenen Holzkästen haben einen quadratischen Querschnitt von etwa 18 cm Seitenlänge, eine Breite von 1 m und am Boden je zwei, beiderseits etwa 6 cm vorstehende Querleisten aus Holz mit Öffnungen zum Anpflocken an den Gartenboden. Die mit solchen Kästen fest verbundenen Gitterwände werden aus Latten und 0,3 bis 0,6 starken Holzleisten angefertigt. Sie werden in einem Rechteck von 1 m Breite und 1,8 m Höhe angeordnet und mit Fensteröffnungen versehen. An der Außenseite der obersten Verbindungs-(Quer)latte befinden sich drei bis vier flache, eiserne Ösen zur Aufnahme der Eisen-(Holz-)reifenenden der Bedachung.

Zur Errichtung einer freistehenden Gartenlaube (Abb oben) steckt man auf den geebneten und festgestampften Boden ein Quadrat von 2 m Seitenlänge (4 qm Flächeninhalt) ab. Dann stellt man an drei Seiten dieser Fläche je zwei „lebende“ Wände mit ihren Kästen nach auswärts auf, pflockt sie an den Boden an und befestigt sie untereinander mit Knebeln oder Klammern. Sodann setzt man das aus Reifen und schwachen Latten mit darüber gespannter wasserdichter Leinwand nach Art der Wagenplanen hergestellte Dach (mit den Reifenenden in die Ösen) auf, wenn man die Laube auch bei schwachem Regen benützen will. Sonst genügen oben auch Lattengitter, über die Schlingpflanzen zu ziehen sind. Den Boden der Laube belegt man mit zwei 1 m breiten und 2 m langen Holzläufern.

An den Fensteröffnungen sowie an der offenen Seite der Laube bringt man verschiebbare Vorhänge aus wasserdicht gemachten einfarbigen oder geblümten Stoffen an. Im Innenraume dieser Laube, der sechs Personen Platz bietet, lassen sich bequem ein kleiner, leichter Gartentisch und drei Gartenbänke von je 1,4 m Länge und 0,3 m Sitzbreite oder mehrere Feldsessel aufstellen.

Zum Ausstecken des Quadrates reißt man nach einer Latte eine Gerade von 2 m Länge am Gartenboden vor und errichtet in deren Endpunkten Senkrechte, indem man auf einer Schnur der Reihe nach und nebeneinander zuerst drei, dann vier, endlich fünf unter sich gleiche Maße aufträgt. Die auf diese Weise entstehenden drei Schnurteile spannt man nach der Abbildung oben von den Endpunkten der Geraden aus; der rechte Winkel liegt stets jenem Schnurstück gegenüber, auf das fünf Teile aufgetragen wurden.

Eine Laube in einer Gartenmauerecke stellt man nach der Abbildung oben her. Die „lebenden“ Wände sind an den Boden anzupflocken und an den Mauern mit Bankeisen zu befestigen, die freien oberen Ecken durch eine Querlatte miteinander zu verbinden. Der Dachstuhl wird aus vier Latten angefertigt, die, gegen den Garten geneigt, mit wasserdichter Leinwand oder Dachpappe bedeckt werden. Der Eingang kann auch an einer der Mauern angeordnet, die innere Wand der Einfriedung mit Linoleumstücken, Tapeten oder Bildern verkleidet werden. Den Boden belegt man mit Holzläufern.

Offene Veranden an einer Hausseite unter zusammenroll- oder aufziehbaren, wasserdichten Planen, wie solche an Schaufenstern Verwendung finden, lassen sich nach der Abbildung oben aus sechs „lebenden“ Wandteilen herstellen.

Eisenklemme

Für ein Gartenzelt braucht man eine unten mit einer spitzen eisernen Zwinge versehene Hartholzrundstange (Bergstock) von mindestens 2,1 m Länge und 3,5 cm Durchmesser, drei Eisenklemmen nach der Abbildung oben, einen Bandeisenreifen von 1 m Durchmesser mit zwölf am unteren Rande in gleichen Abständen angebrachten Drahtringen von 1,5 cm Durchmesser (siehe Bild),

etwa 12 qm wasserdichten Zeltstoff, sechs gute Rebschnüre von 2,25 m Länge, zwölf Zeltpflöcke aus Hartholz (Abb.unten) und endlich einen gewöhnlichen Herrenregenschirm von 1,2 m Spannweite, womöglich mit hellem Stoffüberzug.

Der Mantel für dieses Zelt hat die Form eines Trapezes von rund 3,18 m oberer, 6,38 m unterer Seitenlänge und 1,8 m Höhe. Hat man keine Regenplane von annähernd gleichen Ausmaßen zur Verfügung, dann muss der Zeltmantel aus mehreren Teilen wasserdichten Stoffes zusammengenäht werden. Am oberen Saume sind zwölf Häkchen, am unteren sechs Schnurschlingen in gleichen Abständen anzubringen.

Will man ein Tischchen in dem Zelte unterbringen, dann fertigt man noch vor der Zusammenstellung des Zeltes eine kreisrunde Tischplatte von 0,8 m Durchmesser mit einem Bohrloche von der Stärke der Zeltstange in der Mitte und drei oder vier etwa 0,8 m langen, in Querleisten der Unterseite eingelassenen und unterereinander durch Querstäbe verbundenen Holzbeine an.

Zum Aufstellen eines solchen Gartenzeltes (Bild oben) steckt man vorerst auf der hierfür geglätteten Gartenfläche ein regelmäßiges Sechseck von 1 m Seitenlänge aus. Hierzu beschreibt man vom gewählten Mittelpunkte mit dem sogenannten Erdzirkel (Abbildung unten) einen Kreis von 1 m Halbmesser und trägt diesen auf der Peripherie sechsmal auf. Die Schnittpunkte ergeben die sechs Ecke des Polygons und deren diagonale Verbindungslinien sechs gleichseitige Dreiecke von 1 m Seitenlänge, 0,42 qm Fläche und Winkel von 60°.


Erdzirkel

Sodann wird die Zeltstange im Mittelpunkt des Sechsecks in ein 20 cm tiefes Loch lotrecht gesteckt und in diesem mit kleinen Steinen oder Holzspänen verkeilt; der Tisch wird mit seiner Öffnung von oben über die Stange auf den Boden gestellt, eine von den drei Klemmschrauben in 1,8 m Höhe an der Zeltstange fest angeschraubt und auf diese der Eisenreif aufgesetzt. Dann sind an letzteren die sechs Schnüre anzubringen, diese nach den Polygonecken gleichmäßig straff auszuspannen und dort an den Boden anzupflocken. Auf diese Schnüre kommt die Zelthülle; sie ist mit den am oberen Saum angebrachten Häkchen in die Ringe des Eisenreifes einzuhängen, nach unten auszuspannen und mit den am unteren Rande angenähten Schlingen ebenfalls anzupflocken.

Der Regenschirm wird mit zwei Klemmschrauben an den oberen Teil der Zeltstange als Dach so befestigt, dass er die Zeltwände nur wenig überragt. Sein Griff dient im Zeltinnern als Aufhängevorrichtung für eine Gartenlaterne. Auf seine Spitze kann noch eine Blechhülse mit kleiner Flagge als Verzierung aufgesetzt werden.

Rund um die Zeltwand muss zur Ableitung des abfließenden Regenwassers ein kleiner Graben ausgehoben werden. Den Zeltboden belegt man ebenfalls mit passenden Holzläufern. Als Sitze verwendet man am besten zusammenklappbare Feldsessel.

Ein anderes Gartenzelt auf sechseckiger Grundfläche lässt sich aus Holzlatten, Dachpappe und zweiteiligen Vorhängen für jede der sechs Seiten nach der Abbildung unten herstellen.

 

vor 2 Wochen

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